Sind die bisherigen Hitzeschutzmaßnahmen ausreichend?
1. Frage
Wie erhalten die Bürgerinnen und Bürger Informationen zum Hitzeschutz beispielsweise über
kühle Orte, Trinkbrunnen, aber auch die gesundheitlichen Risiken?
Antwort auf 1. Frage
Seit Ende 2025 finden die Bürgerinnen und Bürger Berlins auf der Hitzeschutz Berlin Website
alle wichtigen Informationen zum Hitzeschutz. Dort zu finden ist auch eine „Kühle-Orte-Karte“
die unter anderem berlinweit die Standorte der kühlen Räume und Trinkbrunnen aufzeigt.
Ebenso gibt es auf der Seite Hinweise zum Verhalten bei Hitze und Links zu den verschiedenen
Bezirksaktivitäten.
In den letzten Jahren nutzte die OE QPK des Bezirks zudem verschiedene
(zielgruppenspezifische) Informations- und Öffentlichkeitsveranstaltungen, um vor Beginn der
Sommerperiode und während der Sommermonate im Bezirk über Gefahren bei Hitze zu
informieren.
Zudem wurden 2025 Schulungen von Multiplikator_innen zum Hitzeschutz für ambulante
Pflegedienste und die Lots_innen der Berliner Hausbesuche durchgeführt. Das Ziel bestand
darin, schwer erreichbare Bevölkerungsgruppen, die gleichzeitig besonders von Hitze betroffen
sind zu erreichen und über gesundheitliche Risiken bei Hitze aufzuklären.
2. Frage
Wo befinden sich im Bezirk kühle (kostenfreie) Räume, die auch am Wochenende zugänglich
sind?
Antwort auf 2. Frage
Die Apostel-Paulus Kirche in der Grundewaldstraße 77A ist einer von mittlerweile sieben
sogenannten „kühlen Räumen“ in Tempelhof-Schöneberg und hat täglich von 12:00-18:00 Uhr
geöffnet.
Vielen Dank für die Zuarbeit aus der Abteilung StadtFM: „In der bezirklichen Liegenschaft
Kurmärkische Str. 1-3 betreibt der Internationale Bund Berlin-Brandenburg auch im Sommer
2026 das Angebot „Hitzehilfe beim IB“. Nähere Informationen finden sich unter:
ib-berlin.de/hitzehilfe
Darüber hinaus kann die Serviceeinheit Facility Management die Frage 2 nur in Bezug auf die
Situation in Bürodienstgebäuden, Schulen und andere Liegenschaften beantworten, die auch
bezirklicher Nutzung unterstehen. Über weitere Angebote im Bezirk, die von anderen Trägern,
eingerichtet werden, kann die SE FM leider keine Aussagen treffen.
Das Bezirksamt hat im Nachgang des BVV-Beschluss Drucks. Nr. 0081/XXI von Februar 2022
überprüft, ob in bezirkseigenen Gebäuden im Sommer klimatisierte Räume als „Cooling
Center“ öffentlich zugänglich gemacht werden können. Es wurde dabei festgestellt, dass hierfür
leider keine Kapazitäten bestehen, was i.d.R. durch die Kollision mit anderen Nutzungen erklärt
worden ist. Im Falle von Bürodienstgebäuden mit Kundenverkehr wurde zum Beispiel auf Grund
von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit angenommen, dass die übrige Kundschaft und
Mitarbeitenden auf eine solche gemeinsame Flächennutzung mit Unverständnis reagieren
würden.“
1. Nachfrage
Welche Hitzeschutzmaßnahmen gibt es für den Außendienst des Bezirksamtes?
Antwort auf die 1. Nachfrage
Für die Mitarbeitenden im Außendienst des Ordnungsamtes (Allgemeiner Ordnungsdienst,
Verkehrsüberwachungsdienst und Parkraumkontrollpersonal) sind für entsprechende
Lebenslagen Gefährdungsbeurteilungen erstellt worden. Diese werden unter anderem im Fall
extremer Wetterlagen umgesetzt. Schutzmaßnahmen gegen Witterungseinflüsse umfassen z.B.
die zur Verfügungsstellung geeigneter Schutzkleidung, die Bereitstellung von kostenfreien
Getränken ab Temperaturen von 30°C, der Bereitstellung von Sonnencreme und die Kontrolle
der Einhaltung bedarfsgerechter Pausen. Aufgrund der langen täglichen Nutzungsdauer sind
die Dienstfahrzeuge mit Klimaanlagen ausgestattet.
Im Juni 2026 hat der Fachbereich Grünflächen des Straßen- und Grünflächenamtes die
Testphase des Pilotprojekts „Kühlkleidung“ für Mitarbeitende gestartet, die überwiegend im
Freien tätig sind. Ziel des Pilotprojekts ist es, die körperliche Belastung bei hohen
Temperaturen zu verringern bzw. erträglicher zu gestalten und den Hitzeschutz im Arbeitsalltag
weiter zu verbessern.
Zum Einsatz kommen verschiedene Produkte der Kühlkleidung, darunter Kühlwesten, Kühlshirts
sowie kühlende Kopfbedeckungen wie Basecaps, Bandanas und Helm-Inlays.
Im Rahmen der Testphase erprobt eine Gruppe freiwilliger Mitarbeitender aus den
verschiedenen Außenstellen die Kühlkleidung unter realen Arbeitsbedingungen. Die
Praxiserfahrungen werden mithilfe eines eigens entwickelten Evaluationsbogens bewertet. Die
Auswertung der Ergebnisse erfolgt im Oktober 2026. Die Ergebnisse bilden eine wichtige
Grundlage für die Entscheidung, ob der Einsatz von Kühlkleidung als ergänzende
Hitzeschutzmaßnahme für im Freien tätige Mitarbeitende sinnvoll ist und künftig ausgeweitet
werden soll.
Bei einer positiven Auswertung des Pilotprojekts ist das Vorhandensein ausreichender
finanzieller Mittel für die Anschaffung der Kühlkleidung Voraussetzung für eine reguläre
Einführung.
2. Nachfrage
Wie werden Menschen mit Behinderungen bei den Hitzeschutzmaßnahmen erreicht?
Antwort auf die 2. Nachfrage
Fünf der sieben kühlen Räume im Bezirk sind barrierefrei zugänglich. Die aktuelle Beauftragte
für Menschen mit Behinderung hat erst in der ersten Hälfte dieses Jahres die Arbeit
aufgenommen und wird das Thema Hitzeschutzmaßnahmen für Menschen mit Behinderung im
Hinblick auf den kommenden Sommer 2027 priorisieren.
Dateien
- 09_56._BVV_MA_Hitzeschutz_LINKE.pdf
PDF-Datei (322 KB)
