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Offener Brief: Keine Zwangsräumung von Potse!

Sehr geehrte Frau Schöttler, Herr Schworck und Herr Oltmann,


Sie sind politisch verantwortlich für die aktuelle Situation der selbstverwalteten Jugendzentren Potse und Drugstore. Auf Ihren Antrag droht der Potse eine Zwangsräumung am 19. Mai.

Der Senat reicht Ihnen indes die Hand: Es bietet sich eine Zwischenlösung für Potse und Drugstore in der Alten Zollgarage im Flughafengebäude Tempelhof. Dies ist die erste tragbare Lösung seit Langem. Potse und Drugstore sind mit den Räumen einverstanden. Innerhalb von zwei Monaten, nach kleinen Umbauten, stünden diese Räume bereit. Der Bezirk hätte nur die Mietkosten zu einem sozialen Gewerbemietpreis zu tragen.    

Statt nun mit großen Geschützen aufzufahren und die Räumung zu riskieren, sollten Sie das Angebot des Senats abwarten und respektieren.

Sie haben dem Drugstore Räume für leise Nutzungen in der Potsdamer Straße 134 versprochen, auf die die Jugendlichen heute noch warten. Die Potsdamer Straße 140 als naher Ersatzstandort für laute Nutzungen haben Sie nicht vehement genug gegenüber der Finanzverwaltung durchsetzen können. Ihre Vorgehensweise seit 2015 bestand aus Hinhalten und Vertrösten ins Ungewisse. So darf man mit Jugendlichen nicht umgehen.

Antifaschistische und weitere kreative Angebote können von den Jugendeinrichtungen nicht durchgeführt werden, keine Plenumssitzungen, keine Bandproben und keine Konzerte.

Jetzt ist die Chance gegeben, damit ein friedlicher Übergang der beiden Jugendeinrichtungen stattfinden kann und eine Zwischennutzung für fünf Jahre möglich wird. Wir wollen eine konstruktive Lösung mit allen Beteiligten. 

Es ist völlig kontraproduktiv, jetzt eine Räumung mit Gewalt durchzusetzen. Dies wird den Frieden im Kiez stören und Narben hinterlassen. Das Bezirksamt darf das Vertrauen der Jugendlichen nicht aufs Spiel setzen.

Setzen Sie die Räumung von Potse aus! Sichern Sie die Räume in der Zollgarage! 



Elisabeth Wissel

Fraktionsvorsitzende DIE LINKE in der BVV Tempelhof-Schöneberg