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Leben retten durch Schwimmen! Infrastruktur jetzt schaffen!

Katharina Marg

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

Die Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg ersucht das Bezirksamt sich unverzüglich mit Druck bei den zuständigen Stellen, dem Senat und den Berliner Bäder-Betrieben dafür einzusetzen, die marode Schwimmbadinfrastruktur im Bezirk umfassend zu sanieren, auszubauen und zukunftssicher zu machen.

Beginnend mit dem Kombibad Mariendorf soll eine klare Priorisierung erfolgen, die insbesondere die Sicherung der grundlegenden Schwimminfrastruktur für folgende Bereiche gewährleistet: Schulschwimmen, Schwimmausbildung, Rettungsschwimmen, öffentliches Schwimmen, Breitensport und Vereinsschwimmen. Hierbei sind kostengünstige und modulare Lösungen wie „Baukasten-Schwimmhallen“ (z. B. 25 × 21 Meter Hallen) oder temporäre Schwimmcontainer als Zwischenlösung zu prüfen und umzusetzen.

Eine klare Strategie soll entwickelt und umgesetzt werden. Sie soll die Sanierung, den Neubau und die langfristige Sicherung der Schwimmhallen umfassen. Ein demokratisch und transparent erarbeiteter Sanierungsplan soll erstellt werden, um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten. Alle verfügbaren Finanzmittel müssen abgerufen und gleichzeitig neue Fördermöglichkeiten erschlossen werden.

 

Begründung

Die Schwimmbadsituation in Berlin und insbesondere in Tempelhof-Schöneberg ist alarmierend. Nahezu ein Viertel aller Berliner Schwimmhallen ist geschlossen, viele der verbleibenden sind sanierungsbedürftig und arbeiten an der Belastungsgrenze.

Seit der Schließung des Kombibads Mariendorf im September 2023 fehlen für die Bevölkerung der Ortsteile Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade sowie angrenzender Bezirke pro Woche:

    •    323 Stunden Wasserfläche für die Vereinsnutzung

    •    ein Vielfaches dieser Zeit für das gesetzliche Schulschwimmen der 3. Klassen

    •    öffentliche Schwimmangebote

Bereits zugesagte Bundesmittel von 6 Mio. Euro sowie zusätzliche SIWA-Fördergelder für den Neubau drohen ungenutzt zu verfallen. Weitere Schwimmbäder im Bezirk stehen kurz vor dem Kollaps.

Das hat dramatische Folgen: Immer weniger Kinder erlernen das Schwimmen. Die Kapazitäten für Schul-, Rettungs- und Vereinsschwimmen sind unzureichend. Das öffentliche Schwimmen wird zunehmend zur Ausnahme.

Schwimmen ist keine Freizeitluxus – es rettet Leben!

Die fehlende Infrastruktur erhöht das Risiko für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die Bezirksverordnetenversammlung erwartet, dass das Bezirksamt alle Hebel in Bewegung setzt, um eine sichere und ausreichende Schwimminfrastruktur für die Menschen zur Verfügung stellt.

 

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