Chancengerechtigkeit durch Bildung: Mascha-Kaléko-Schule in eine Gemeinschaftsschule entwickeln
Frakt. GRÜNE, SPD, LINKE
Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:
Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt, die Mascha-Kaléko-Schule in eine Gemeinschaftsschule zu entwickeln und unterstützt dabei den Schulkonferenzbeschluss der Schule vom 05.01.2026.
Dabei ist insbesondere das Gelände der ehemaligen Hermann-Köhl-Schule für diese Weiterentwicklung zu berücksichtigen, die in enger Zusammenarbeit mit der Schulgemeinschaft und weiteren relevanten Beteiligten erfolgen möge.
Damit die Schule als ein aktiver Teil des Stadtteils wahrgenommen wird und ihre Bildungsangebote auf die spezifischen sozialen und kulturellen Bedürfnisse der dort lebenden Schüler*innen sowie ihrer Familien abgestimmt werden, ist eine enge Zusammenarbeit mit lokalen sozialen Einrichtungen, Jugendhilfeorganisationen und weiteren Akteur*innen zu realisieren, um ein umfassendes Netzwerk zu schaffen, das den Kindern und Jugendlichen nicht nur einen Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung ermöglicht, sondern auch deren soziale Teilhabe und Entwicklung unterstützt.
Ferner empfiehlt die Bezirksverordnetenversammlung dem Bezirksamt, sich bei der zuständigen Senatsverwaltung dafür einzusetzen, dass die Gemeinschaftsschule den hohen qualitativen Anforderungen einer modernen und zukunftsfähigen Bildungseinrichtung entsprechen wird. Dies umfasst nicht nur die Einhaltung schulgesetzlicher Vorgaben und Standards, sondern auch die Umsetzung innovativer, evidenzbasierter Unterrichtskonzepte, die auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen im Bereich der Inklusion, Differenzierung und individualisierter Förderung beruhen. Dazu gehört die Förderung der sozialen und emotionalen Kompetenzen der Schüler*innen ebenso wie eine hohe Fachlichkeit im Unterricht. Weiterhin muss eine geeignete Ausstattung der Schule gewährleistet sein, die nicht nur digitale Lernressourcen und moderne Infrastruktur umfasst, sondern auch ein multiprofessionelles Team, das auf die diversifizierten Bedürfnisse der Schüler*innenschaft abgestimmt ist.
Dem Schulausschuss ist alle drei Monate über den Fortschritt der Planung Bericht zu erstatten, der erste Bericht möge nach den Osterferien 2026 erfolgen.
Begründung:
Die Umwandlung der Mascha-Kaléko-Grundschule in eine Gemeinschaftsschule ist ein wichtiger Schritt hin zu einer inklusiven und chancengerechten Bildungslandschaft in Tempelhof-Schöneberg. Bereits am 20.03.2013 wurde ein diesbezüglicher Beschluss in der BVV getroffen.
Der wissenschaftliche Konsens, dass Gemeinschaftsschulen als zukunftsfähige Bildungseinrichtungen zahlreiche Vorteile bieten, ist unumstritten. Studien zeigen, dass Gemeinschaftsschulen durch ihre inklusiven Lehr- und Lernmethoden zu einer stärkeren Chancengleichheit und sozialen Kohäsion beitragen können. Sie ermöglichen eine differenzierte Förderung der Schüler*innen entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse und Potenziale und unterstützen den Übergang in die Ausbildung bzw. weitere Bildungswege.
Die Erfahrung aus der Entwicklung der Friedenauer Gemeinschaftsschule bestätigt diesen Ansatz eindrucksvoll. Sie zeigt, wie eine gut geplante und umgesetzte Gemeinschaftsschule nicht nur pädagogisch erfolgreich sein kann, sondern auch ein hohes Interesse seitens der Eltern und Schüler*innen weckt. Die Friedenauer Gemeinschaftsschule hat sich nicht nur als inklusives und leistungsfähiges Modell bewährt und auch den Deutschen Schulpreis 2024 gewonnen, sondern verzeichnet inzwischen eine hohe Nachfrage nach Schulplätzen, was die Dringlichkeit unterstreicht, weitere Gemeinschaftsschulen im Bezirk zu etablieren.
Zudem bietet der Standort der Mascha-Kaléko-Schule ideale Voraussetzungen für eine solche Umwandlung. So kann nämlich auch der Austausch der Gemeinschaftsschule in die sozialräumliche Struktur des Ortsteils gezielt und nachhaltig erfolgen. Eine Anbindung an das soziale und kulturelle Umfeld machen diesen Campus zu einem sehr geeigneten Standort für eine Gemeinschaftsschule.
Die Schulgemeinschaft, insbesondere die Schulleitung, die Lehrer*innen und das Betreuungsteam sowie die Elternvertretung, unterstützt die Entwicklung der Mascha-Kaléko-Schule in eine Gemeinschaftsschule. Dies zeigt sich im Beschluss der Schulkonferenz vom 05.01.2026, der ein deutliches Signal für die Bereitschaft zur Zusammenarbeit und Mitgestaltung gibt. Ein solches partizipatives Vorgehen führt zu einer stärkeren Identifikation der Beteiligten mit der Schule und trägt zur Nachhaltigkeit bei.
Die Entwicklung zu einer Gemeinschaftsschule bietet zudem die Chance, eine innovative und inklusive Lernumgebung zu schaffen, die den hohen qualitativen Anforderungen einer modernen Schule gerecht wird.
Der Antrag als Vorgang in der Bezirksverordnetenversammlung findet sich unter diesem: 1856/XXI - Antrag - Chancengerechtigkeit durch Bildung: Mascha-Kaléko-Schule in eine Gemeinschaftsschule entwickeln
