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Antwortschreiben auf den Brief der Geschichtswerkstatt

Sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Geschichtswerkstatt,

vielen Dank für das Anschreiben und die Darstellung der Position der
Geschichtswerkstatt zu den geplanten Umbauplänen des Gasometers. Wir
stimmen in jeglicher Sicht Ihrer Argumentation zu, dass die Silhouette
des Wahrzeichens erhalten werden muss und bei der Neugestaltung des
Geländes zumindest die oberen Felder frei bleiben sollten. Wir fordern die
Einhaltung des Denkmalschutzes und eine echte Bürgerbeteiligung. Der
Gasometer hat eine spannende Geschichte zu bieten, die wir dank der
tollen Publikationen der Geschichtswerkstatt nachverfolgen können. Es
ist ein integraler Bestandteil der Roten Insel und für viele
Menschen ein identitätsstiftendes Wahrzeichen geworden, das über die
Grenzen Schönebergs bekannt ist.

Als Linke begleiten wir den EUREF Campus Ausbau seit Anbeginn der
Planungen kritisch und kennen die denkmalschutzrechtlichen
Auseinandersetzungen um den Gasometer seit 2010. Letztes Jahr wurden uns
die neuen Pläne, die den Innenausbau bis zum zweiten Ring plus
Staffelgeschoss vorsahen, vom Investor im Stadtentwicklungsausschuss
vorgestellt. Da hieß es noch, dass die Bebauung bis zum zweiten Ring
noch mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden müsse. Leider wurde die
geplante Höhe vom Stadtrat in das Änderungsverfahren integriert, ohne
die Zustimmung des Denkmalschutzes, was wir als Eklat empfanden. Wir
haben bereits ab August 2020 den Kontakt zu den Nachbarn gesucht, um
hier eine gemeinsame politische Position zu den aktuellen Planungen zu
finden, und sind seitdem im steten Austausch mit der Bürgerinitiative
„Gasometer-Retten". Wir haben verschiedene politische Initiativen in
die BVV eingebracht, um unsere Anliegen und die der Bürgerinitiative in
die politische Auseinandersetzung zu tragen.

Ein Kompromiss, die zwei oberen Felder freizulassen, ist aus unserer
Sicht möglich. Bislang wurden in der Öffentlichkeit jedoch nur
ökonomische Gründe herangeführt, warum es nicht möglich sei, die
oberen beiden Felder freizulassen. Der Denkmalschutz spielte keine
Rolle. So sollen bereits Mietverträge laut Investor und dem Baustadtrat
Oltmann mit dem einziehenden Gewerbe (DB) für über 2000 Mitarbeiter
abgeschlossen worden sein, die die Höhe im Gasometers rechtfertigen.

Diese Vorabsprachen mit dem Investor, ohne dass überhaupt eine
öffentliche Beteiligung stattgefunden hat, empfinden wir als Vorgehen, das die
öffentliche Beteiligung zu einer Farce macht. Es wurden insgesamt 731
Stellungnahmen in der Öffentlichkeitsbeteiligung eingereicht, eine entgültige
Bewertung seht noch aus.

Mit öffentlichem Druck und kreativem Protest möchten wir weiterhin die
Auseinandersetzung um das Industriedenkmal am Leben erhalten und die
restlichen Fraktionen und den Stadtrat zum Umlenken bewegen. Wir freuen
uns daher sehr, wenn viele lokale Vereine, Initiativen, Menschen und
Träger und vor allem die Geschichtswerkstatt, deren Arbeit wir sehr
wertschätzen, ihre Bedenken in die Öffentlichkeit tragen. Das stützt
auch die Petition der BI Gasometer Retten mit mittlerweile 10.000
Unterschriften, die bislang vom Stadtrat ignoriert wurden.

Wir freuen uns weiteren Austausch

Dr. Christine Scherzinger, stadtpolitische Sprecherin der Fraktion DIE
LINKE in Tempelhof-Schöneberg

und

Elisabeth Wissel, Fraktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE in
Tempelhof-Schöneberg

Wir möchten Sie noch auf unsere Pressemitteilungen und den aktuellen
Podcast der Linksfraktion zum Gasometer hinweisen:

KiezFunk TS - Gasometer retten! Denkmalschutz und Bürgerbeteiligung
ernst nehmen! https://www.youtube.com/watch?v=Wcr6PGvNrdc

https://www.linksfraktion-tempelhof-schoeneberg.de/nachrichten/detail/news/buergerbeteiligung-darf-keine-jubelveranstaltung-sein-qualitaet-vor-quantitaet/

https://www.linksfraktion-tempelhof-schoeneberg.de/nachrichten/detail/news/gasometer-eklat-oltmann-schafft-fakten-an-der-oeffentlichkeit-vorbei/

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