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Räume für Olga

Katharina Marg

Fraktion LINKE, SPD, GRÜNE

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt, sich mit Nachdruck für geeignete und dauerhaft nutzbare Ersatzräume im Kurfürstenkiez für den Frauentreff OLGA des Drogennotdienstes einzusetzen.

Die Bezirksverordnetenversammlung spricht sich entschieden gegen den Abbau sozialer Hilfsstrukturen aus.

Die BVV ersucht das Bezirksamt sich bei den zuständigen Stellen für den Schutz gemeinnütziger Träger und soziale Einrichtungen vor Verdrängung einzusetzen. Angebote und geschützte Räume für armutsbetroffene Menschen, für Leute mit Suchterkrankungen und für besonders vulnerable Gruppen müssen erhalten, ausgebaut, verlässlich finanziert werden. Insbesondere sollen die landeseigenen Wohnungsunternehmen angesprochen werden, Gewerbeflächen für gemeinnützige Angebote für den Kiez bereitzustellen und zu sichern.

 

Begründung

Der Frauentreff OLGA verliert seine bisherigen Räume in der Kurfürstenstraße. Damit ist eine zentrale niedrigschwellige Hilfsstruktur für Sexarbeiterinnen, trans Frauen und Frauen mit Suchterkrankungen akut gefährdet. Viele Menschen werden vom regulären Hilfesystem nicht ausreichend erreicht. Einige meiden Behörden aus Angst vor Stigmatisierung, Diskriminierung oder rechtlichen Folgen. Andere verfügen über keine Krankenversicherung oder befinden sich in besonders prekären Lebenslagen. Gerade deshalb sind anonyme, niedrigschwellige und spezialisierte Angebote unverzichtbar.

OLGA bietet einen geschützten Rückzugsort mit grundlegender Versorgung und professioneller Beratung[1]. Dazu gehören unter anderem Aufenthaltsmöglichkeiten, Wasser, Essen, Duschen, Hygieneartikel, medizinische Basisversorgung, HIV- und STI-Tests, gynäkologische Sprechstunden, sowie Beratung zu Safer Use und Safer Sex. Olga unterstützt bei Gewalterfahrungen, Fragen zum Prostituiertenschutzgesetz, Sucht, Wohnungslosigkeit, Schwangerschaft mit einer vielsprachigen Sozialberatung, unter anderem auf Deutsch, Rumänisch, Bulgarisch, Russisch und Englisch.

OLGA leistet gesundheitliche Versorgung und Prävention durch niedrigschwellige und anonyme Beratung. Unbehandelte Erkrankungen können so frühzeitig erkannt, gesundheitliche Folgeschäden reduziert und Zugänge in weiterführende Hilfen geschaffen werden. Die Mitarbeiterinnen stabilisieren in akuten Krisensituationen und leisten Sozialarbeit, die Wege aus Wohnungslosigkeit, Gewalt, Abhängigkeit eröffnen kann.

Der Frauentreff OLGA ist für viele eine Überlebenshilfe. Der Verlust der Räume würde die Hilfsstrukturen im Kiez erheblich schwächen und besonders vulnerable Menschen treffen.

OLGA ist für die sozialen und gesundheitlichen Hilfsstrukturen im Bezirk zentral. Dringend müssen deshalb dauerhaft nutzbare und gut erreichbare Ersatzräume gefunden werden.

[1]https://drogennotdienst.de/wp-content/uploads/2026/03/260226_ND_Sachbericht_2024_web.pdf (S. 43)

 

Der Antrag als Vorgang in der Bezirksverordnetenversammlung findet sich unter diesem Link: 2125/XXI - Antrag - Räume für Olga

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