Schmierereien an der Hilde-Radusch-Gedenktafel schnellstmöglich entfernen & Anlass zur Ehrung nutzen
Die BVV ersucht das Bezirksamt schnellstmöglich die Schmierereien an der Hilde Radusch Gedenktafel zu entfernen und zu prüfen, wie dies zum Anlass genommen werden kann, Hilde Radusch und ihr Vermächtnis besonders zu ehren.
Begründung
Die rechtsextreme Schmiererei reiht sich ein in aktuelle queer-feindliche Übergriffe in Schöneberg und darüber hinaus. Hilde Radusch war lesbisch, kommunistisch & frauenbewegt und hat sich zwar selbst oft nicht als Frau gefühlt, war gleichzeitig aber eine der wenigen politisch engagierten Personen, die trotzdem den Brückenschlag zwischen den Generationen von FLINTA vor und nach dem Zweiten Weltkrieg ermöglichte. Während der NS-Zeit überlebte sie verfolgt und im Untergrund, gemeinsam mit ihrer Lebensgefährtin Else Klopsch. Sie engagierte sich in der Frauenbewegung der 1970er-Jahre. Hilde Radusch half jüngeren Feministinnen bei der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit und gründete 1974 die Gruppe L74 und baute das FFBIZ mit auf. Sie war Herausgeberin der ersten lesbischen Zeitschrift nach dem Krieg. Heute erinnern die Gedenktafeln und ein Ehrengrab an Hilde Radusch. Sie hielt stand und machte sich stark gegen gesellschaftliche Ausgrenzung und sexuelle Diskriminierung.
